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"blessures"

Das Gold der Wunden

Ode an das Leben
Die Skulptur ‚Das Gold der Wunden‘: Ein Stück alter Holzbohle auf einem Sockel aus Stein. Das Holz ist zeitspurengezeichnet. Ein Teil wurde vergoldet.

Tanne, Kamelienöl, Sandstein, Fingerfarbe, reines 24-Karat-Gold 

7 x 22 x 13 cm – 2025

Auf ihrem Sockel aus rohem Stein errichtet, scheint das Werk einer vergangenen Zeit zu entsteigen. 

Ein Fragment aus Holz, von der Zeit gezeichnet, erhebt sich in ekstatischer Unbeweglichkeit. Die Adern des Materials tragen die Stigmata einer langsamen Metamorphose.

Eine goldene Linie durchquert die Materie wie eine leuchtende Narbe, die daran erinnert, dass Schönheit auch aus der Wunde geboren wird. Als Zeichen der Reparatur und der Weihe haucht sie dem Relikt neues Leben ein und erweist ihm Ehre. 

So wird das Werk zur Reliquie: ein Zeugnis der Wechselfälle der Existenz und einer Erinnerung – der Erinnerung an das Holz, das einst Baum war, an das Feuer, das zerstört und reinigt, und an die Hand, die repariert und sublimiert. 

Zwischen äußerster Zerbrechlichkeit und Kraft ruft sie dazu auf, die Spannung zwischen dem Vergänglichen und dem Ewigen zu betrachten, zwischen Ruine und Wiedergeburt. Sie lässt das stille Gespräch zwischen Materie und Zeit, zwischen Not und Licht vernehmbar werden.

Der Weg eines Lebens

Diese Skulptur entstand aus dem Wunsch, einer verschlossenen Person, deren tiefe Verletzungen ich erahnt hatte, ein Geschenk zu machen. 

Indem ich diesem Stück Holz, das jahrzehntelang als unbeweglicher Balken in einem Dachstuhl gefangen war, neues Leben einhauchte, gab ich ihm seine Stimme zurück.

Diese intime Schöpfung, gestaltet in der Tradition des Kintsugi*, erzählt die Geschichte von uns beiden. Sie ist eine Meditation über das Leben, seine Schwierigkeiten und unsere Fähigkeit, sie zu durchschreiten und zu überwinden." 

Unsagbarer Austausch

Ich schenke der Wahl der Rohmaterialien, ihrer Energie und ihrer Erinnerung größte Aufmerksamkeit.

Diese sehr subtile Essenz wahrzunehmen, erfordert eine lange gegenseitige Durchdringung, einen unsagbaren Austausch – die Zeit, die nötig ist, damit sich die anfängliche Intuition präzisieren und materialisieren kann.

 

Die Qualität dieser Interaktion bestimmt die sinnliche Erfahrung, die der Betrachter anschließend macht.

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